Hundeschule AMS

Die 5 Freiraumzonen nach Fichtlmeier

Ziel bei der Umsetzung dieser Freiraumzonen ist oder sollte sein, dem Hund freien Auslauf gewähren zu können, wann immer es die Umstände ermöglichen. In Freiraumzone 1 soll sich die Leine für den Hund hauptsächlich als Nebensache darstellen. Damit entfällt das lästige Ziehen an der Leine.

Es verfolgt die Idee, dem Hund nur noch denjenigen Freiraum zur Verfügung zu stellen, der dem Grad seiner Bereitschaft entspricht, jederzeit bereitwillig in Kommunikation zu treten und so lange in Kommunikation zu bleiben, bis Sie die Kommunikation für beendet erklären.

Der Hund soll sich dazu – möglichst freiwillig – innerhalb einer der ersten vier Freiraumzonen bewegen.

Freiraumzone 5 sollte tabu sein.

Sie beginnen als Erstes im unmittelbaren Nahbereich. Bei konsequenter Umsetzung dieser Idee können Sie dem Hund bald weitere Freiraumzonen anbieten, die sich durch den Umfang des jeweils zur Verfügung gestellten Freiraums unterscheiden lassen.


@Anton Fichtlmeier


Freiraumzone 1

Bleib an meiner Seite

  • Orientierung an den Körpergesten
  • freiwilliges Kontakthalten
  • Kontaktaufnahme und stummes Heranrufen über Futter und diverse Körpersignale
  • Kontaktaufnahme über akustische Aufmerksamkeitssignale
  • Kontakthalten verlängern und mit Kontaktende-Geste beenden
  • Die Leine kann zur Nebensache werden
  • An-/Ableinen
  • Die Besonderheiten der Sitz-Position
  • Ruheübung
  • Leine als passives Symbol (Bleib-3), Gegenstand als Ersatz für den HF



Freiraumzone 2

Gemeinsame Aktivitäten im Nah-/Sichtbereich

  • Warten im Sitz mit Herankommen
  • Warten im Sitz räumlich erweitern, zeitlich ausdehnen
  • Über Warten im Sitz Selbstkontrolle fördern
  • Herankommen auf Distanz
  • Herankommen unter Ablenkung
  • Sitz auf Distanz
  • Warten im Sitz, Richtungsweisen und Schicken (Bleib-2)
  • Apportieren und Suchen im Nah-/ und Sichtbereich
  • Richtungsweisende Gesten und Herankommen auf Distanz
  • Stopp-Signal einführen
  • Stopp (auch aus der Bewegung)
  • Über Sitz auf Distanz zum Stopplaut



Freiraumzone 3

Der Hund läuft frei im Sichtbereich

  • Der Aktionsradius des Hundes beschränkt sich auf den näheren Sichtbereich
  • Ausgiebig schnuppern (Wegrand) oder auf entsprechenden Flächen mit Artgenossen toben
  • Voraussetzung: Zu jeder Zeit kann der Hund vom HF gestoppt und/oder herangerufen werden.



Freiraumzone 4

Der Hund erledigt auf sich gestellt Aufgaben in größerer Entfernung, auch außer Sicht

  • Steuerbarkeit auf weite Distanz
  • Kontaktaufnahme auf Zuruf oder Pfiff
  • Stoppsignal außer Sicht mit Rückruf
  • Verlässlicher Apport
  • Verlässliche Verrichtung gestellter Aufgaben
  • Spurtreue
  • Verweisen
  • GPS



Freiraumzone 5

Der Hund ist nicht unter Kontrolle

  • Der Hund hält sich nicht mehr in einer der erlaubten Zonen auf
  • Er ist außer Sicht, z.B. Alleine im Garten (Verbellen von Passanten, Katzen jagen, nach Mäusen buddeln, usw.)
  • Er verschwindet im Wald oder Gebüsch (Spuren nachgehen, Jagen)
  • Er entfernt sich außer Sicht (Weggabelung, usw.)




Share by: